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Karottengeschichten von Shamiso und Tanaka

Karottengeschichten von Shamiso und Tanaka

Im Dezember hatten wir euch wieder eine Schreibaufgabe vorgestellt, dieses Mal von der Kinderbuchautorin Susann Bee. Wir haben uns über eure Einsendungen gefreut!

 

Besonders überzeugt haben die beiden Einsendungen von Shamiso (10 Jahre) und Tanaka (7 Jahre). Den beiden gratulieren wir herzlich zur Veröffentlichung in unserem Blog und hoffe, dass sie sich über die Büchergeschenke, die sie per Post erhalten haben, freuen.

Hier sind die Geschichten:

Die Karotte auf dem Gehweg

Weitergeschrieben von Shamiso (10 Jahre)

“Du kommst zu spät!“, rief Mama-Schneemann, als der kleine Schneemann den Schulranzen auf den Rücken setzte und zur Tür hinausstürzte. „Ich hab dich lieb!“, hörte er noch, doch da fiel die Tür schon zu. Er lief los. Sein Atem malte Wölkchen in die kalte Luft. Von weitem hörte er bereits das Läuten der Schulglocke. Das gibt Ärger, dachte er, und lief schneller. Autsch! Etwas versperrte seinen Weg. Da lag eine Karotte mitten auf dem Gehweg. Leuchtend orange strahlt sie ihn an, als wolle sie sagen: „Na, schau mich ruhig an.“

Auf einmal drehte die Karotte sich um und sagte plötzlich zum Schneemann: “Hallo, wer bist du?”. Der Schneemann antwortete: “Ich bin Bob, bin 10 Jahre alt und war grad auf dem Weg zur Schule.” Die Karotte fragte verzweifelt: “Was ist ‘ne Schule?” Der Schneemann antwortete: “Ach, ne Schule ist ein Haus, wo man mit anderen Kindern lernen kann.” Die Karotte sagte dazu: “Ich hab noch nie gelernt oder andere Kinder gesehen. Du bist das erste Kind, was ich je gesehen habe.” Der Schneemann fragte: “Wo kommst du her?” “Ich komme von einer Farm namens Kokofarm.” Die Karotte erzählte, wie sie hergekommen ist: “Ich war die größte Karotte der ganzen Farm. An einem Tag zog mich der Bauer raus aus der Erde. Aber dann als der Bauer mich sah, staunte er, war aber nicht glücklich mit mir, weil ich zu groß zum Essen war. Also warf er mich weg, nach hierher, wo du mich gefunden hast.” Der Schneemann staunte, aber er sagte zur Karotte: “Es tut mir Leid, aber ich muss jetzt los zur Schule. Ich besuche dich morgen nochmal.” Endlich war die Karotte nicht mehr einsam!

 

Die Karotte auf dem Gehweg

Weitergeschrieben von Tanaka (7 Jahre)

“Du kommst zu spät!“, rief Mama-Schneemann, als der kleine Schneemann den Schulranzen auf den Rücken setzte und zur Tür hinausstürzte. „Ich hab dich lieb!“, hörte er noch, doch da fiel die Tür schon zu. Er lief los. Sein Atem malte Wölkchen in die kalte Luft. Von weitem hörte er bereits das Läuten der Schulglocke. Das gibt Ärger, dachte er, und lief schneller. Autsch! Etwas versperrte seinen Weg. Da lag eine Karotte mitten auf dem Gehweg. Leuchtend orange strahlt sie ihn an, als wolle sie sagen: „Na, schau mich ruhig an.“

“Wer bist du denn?” sagte der Schneemann. Doch die Karotte antwortete nicht. Darum nahm sich der Schneemann ein Herz und nahm die Karotte mit. Er fragte sich, ob das wirklich eine Karotte ist. In der Schule angekommen, fragte die Lehrerin: “Wer ist das?” “Weiss ich nicht” sagte der Schneemann. Aber die Lehrerin sagte “Nein! Nur Schüler dürfen reinkommen” “Entschuldigung” sagte der Schneemann sehr traurig. Der Lehrerin war das aber egal. Der Schneemann rannte weg und setzte sich auf die Bank und sagte zur Karotte: “Ich will so gerne wissen, wo du herkommst”. Da er keine Antwort bekam, ging der Schneemann alleine nach Hause. Die Eltern fragten sich was los war. Der Schneemann sagte, dass die Lehrerin ihn nacht nach Hause geschickt hat, weil er eine Karotte auf dem Weg gefunden hat und sie mit zur Schule genommen hat. Die Schneemann-Eltern aber sagten nur: “Morgen gehst du aber wieder zur Schule”. Der Schneemann sagte “Okay”. Doch auf dem Weg zur Schule war da so ein Haus. Der Schneemann ging hinein. Da war eine Hexe und der Schneemann freute sich. Er hoffte, dass die Hexe die Karotte in eine lebendige Karotte verwandeln könnte. Die Hexe sagte “Ja!” und verwandelte die Karotte in eine lebendige Karotte. Endlich konnten der Schneemann und die Karotte miteinander sprechen und spielen und sie wurden die besten Freunde!

Das denkt die Kinderbuchautorin Susann Bee über die beiden Geschichten:

Zu Shamiso (10 Jahre)

Moment mal, habe ich das geschrieben? Die Autorin ergreift Eigeninitiative und macht den Protagonisten der Geschichte kurzerhand zu Bob, einem Schneemann. Daran hatte ich beim Schreiben nicht gedacht, aber genau diese Art der fantasievollen Initiative macht eine echte Autorin aus. Wie süß! Die Karotte erzählt Bob, dem Schneemann ihre Geschichte: wie sie weggeworfen wurde, weil sie anders war. Eine schlüssige Begründung dafür, wie die Karotte auf dem Gehweg gelandet ist. Das Ende kommt überraschend und geht sofort ins Herz: Der Schneemann wird die Karotte wieder besuchen und somit ist sie nicht mehr einsam. Empathisch, einfühlsam und witzig!

Zu Tanaka (7 Jahre)

Auch hier entscheidet sich die Autorin, den Protagonisten zu einem Schneemann zu machen, der die Karotte kurzerhand mitnimmt. Doch dann folgt schon die nächste Herausforderung. Die Autorin nimmt uns mit auf ein Abenteuer, das von einer ungewöhnlichen Freundschaft erzählt. Sie macht deutlich, wie wichtig es ist, dass Kinder für das einstehen, was ihnen am Herzen liegt. Als Lesende erleben wir Neugier und Offenheit in Aktion. Wow – dann folgt eine überraschende Wendung. Die gerettete Karotte wird lebendig und die beiden werden Freunde. Ich bin total begeistert, wie die Autorin den vorgegebenen Anfang zu einer Abenteuergeschichte gemacht hat, in der wir einen ganz unvoreingenommenen Protagonisten begleiten dürfen. Großes Lob für die fantasievolle Geschichte mit Freundschaft im Fokus.

Susann Bee schreibt Kinderbücher über die Superheldin Zoey. Sie bietet Workshops in Grundschulen an und führt Lesungen in Kindergärten durch. Zusätzlich arbeitet sie als Sensitive Readerin für Kinderbuchverlage und stellt sicher, dass die Illustrationen für Kinder diskriminierungssensibel und inklusiv sind. Auf Instagram setzt sie sich aktiv für Diversität in Kinderbüchern ein.

Mehr Infos zu Susann Bee

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